Green Logistics: Photovoltaik auf dem Dach


10. August 2011

Direkt am Frankfurter Flughafen liegt ein Bau wie ein gewaltiger Tanker an der Autobahn. Ein imposantes Konstrukt, nicht zu übersehen. Udo Wagner, Technischer Direktor der Firma FDT aus Mannheim, ist stolz auf dieses Projekt. Tooltip   Genau wie auf das Stade de France in Paris, an dem ebenfalls FDT-Flachdach-Technologie entscheidend mitgearbeitet hat. Zwei gigantische, realisierte Bauten. Und jetzt sitzt Udo Wagner auf der Hüls, bei der Spedition Hammer und spricht gemeinsam mit dem Projektverantwortlichen, der Martello Immobilienmanagement GmbH über eine neue zeitgemäße Aufgabenstellung. Von der Größenordnung seriöserweise nicht mit Frankfurt oder Paris zu vergleichen, aber von seiner Bedeutung durchaus wegweisend. Denn es geht hier um konkreten Umweltschutz, um verantwortungsvolles Unternehmertum und darum, über den Klimawandel nicht mehr zu reden, sondern etwas dagegen zu tun. Tim Hammer, Geschäftsführer der Spedition und des Immobilienmanagements, kommt es genau darauf an: «Wir errichten hier nicht einfach eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Es geht um ein kleines Kraftwerk, mit dem man ein ganzes Eifeldorf komplett mit Strom versorgen könnte.» Schnelle Realisierung Fast 5000 Module mit einer Fläche von über 7000 Quadratmetern werden zurzeit auf den Flachdächern der Aachener Spedition installiert. Das für die sehr zügige Realisierung verantwortliche Team bringt das dementsprechende und notwendige Know-how ein, damit ein Ziel erreicht wird: einen jährlichen Energieertrag von ca. 500.000 Kilowattstunden (kWh). Eine bereits 2010 in Betrieb genommene Anlage auf dem Gelände der Spedition Hammer erzeugt bereits ca. 28.000 kWh. Eigentlicher Investor beider Anlagen ist aber Hammers Martello Immobilienmanagement, dem es darauf ankommt, neue Nutzungen rund um die Immobilie zu erschließen. Seit Jahren - das betont Hammer - bemühten sich seine Unternehmen um ein besseres Image. Keine leichte Aufgabe für ein Logistikunternehmen, das naturgemäß einen hohen Energiebedarf hat. Dazu gehöre eine Ozonwaschanlage, die Lkw-Flotte entspricht stets dem neuesten technischen Standard und ist mit Telematik ausgestattet, die es den Fahrern ermöglicht die Fahrzeuge umweltgerecht fortzubewegen, der Dieselverbrauch der großen Lastzüge ist über die Jahre kontinuierlich gesenkt worden, ein Umweltmanagementsystem ist seit Jahren installiert. Und jetzt setze man bei Martello auf die Stromgewinnung auf Flachdächern. Ins öffentliche Netz Am Aachener Standort verbraucht die Spedition ca. 1,5 Millionen Kilowattstunden/Jahr. Ein Drittel davon wird künftig die neue Photovoltaikanlage liefern, deren Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird. Das funktioniert übrigens auch bei Öcher Wetter. Insgesamt 70 Kilometer Kabel und die dazugehörigen Photovoltaikmodule hat Dachdeckermeister Thomas Contzen im Auftrag von Martello verlegt. Flachdächer sind für Udo Wagner ein möglicher Ansatz zur Lösung der Energieprobleme: «In Deutschland gibt es zwölf Millionen Quadratmeter Dachfläche, über die 60 Prozent des deutschen Energiebedarfs abgedeckt werden könnten.» Aber dazu gehöre erstens der politische Wille und zweitens die Bereitschaft, ab sofort alle Flachdächer statisch so zu konstruieren, dass sie die Photovoltaikanlagen tragen könnten. Leider ist dies heute noch nicht die Regel. Dies wäre aber nicht nur ökonomisch sinnvoll: «Diese Quelle nicht zu nutzen, wäre ökologisch ein Frevel.» Bei der Anlage auf der Hüls handelt es sich nach Einschätzung der Verantwortlichen demnach nicht um eine handelsübliche Photovoltaikanlage, sondern wirklich um ein «kleines Kraftwerk». Frank Seifarth, in der Hammer-Gruppe für den Zentraleinkauf verantwortlich und gemeinsam mit Tim Hammer bei Martello in der Geschäftsleitung, ist einer der Protagonisten des Themas erneuerbare Energien. «Je intensiver man sich damit befasst, umso faszinierender sind die Perspektiven dieser Umwelttechnik», sagt er. In der Tat hat man in der Hammer-Gruppe Blut geleckt, die Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen hat die Verantwortlichen auf neue Ideen gebracht. Die Lkw-Anhänger mit hartem Dach - so genannte Kofferauflieger - sollen möglichst bald mit speziellen Folien bedeckt werden, die - man ahnt es - ebenfalls Strom erzeugen. «Die Aggregate unserer Fahrzeuge, die bislang Kraftstoff verbrauchen, könnten darüber versorgt werden» - Tim Hammer ist entschlossen, auch diese energetische Nuss zu knacken. Auch Martello will die Alltagstauglichkeit bzw. die Planung neuer Photovoltaikanlagen in den verschiedensten Größenordnungen weiter vorantreiben. Denn dort ist man sich sicher: Die Zukunft dieser Energiequelle hat gerade erst begonnen. Weitere Infos zur Photovoltaikanlage
  • Die Gesamtleistung der neuen Anlage beträgt 600 kWp, eine kleinere Anlage ist bereits seit Sommer 2010 in Betrieb.
  • Die Anzahl der verlegten Module beträgt exakt 4939. Das entspricht einer Fläche von 7063 Quadratmetern.
  • Am Standort der Spedition Hammer werden 1.500.000 kWh im Jahr verbraucht. Rund ein Drittel davon erzeugt die neue Anlage, deren Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird.

Weiter Infos unter: www.martello.de

Quelle: Aachener Zeitung vom 10.08.2011, Redakteur Hans-Peter Leisten

Yvonne Faber

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